„Wildtierauffangstationen oder auch Betreuungsstationen sind nicht gesetzlich geregelt. Folglich gibt es keine legale Definition des Begriffes und auch keine gesetzliche Aufgabenbeschreibung.“
 (Quelle: Wissenschaftliche Dienste – Deutscher Bundestag)

Jährlich werden Tausende von Wildtieren, darunter Vögel, Eichhörnchen, Igel, Bilche und Enten, in Wildtierstationen gebracht. Die Finder sowie Feuerwehr und Polizei zeigen sich dankbar für die Hilfe, die diesen Tieren zuteilwird. Diese Hilfe erfolgt zu 95% ehrenamtlich, ohne öffentliche finanzielle Unterstützung, und ist nicht durch gesetzliche Rahmenbedingungen geregelt. Dies führt dazu, dass Wildtierhilfen in geltenden Gesetzen und Verordnungen nicht berücksichtigt werden, was es den Behörden erschwert, spezifische Anforderungen und Regulierungen anzulegen.

Die daraus resultierenden Unsicherheiten und Probleme belasten die Pfleger erheblich. Beispiel: Eine hochqualifizierte Wildtierstation, top ausgestattet, muss aufgrund unnötiger Auflagen schließen, während im anliegenden Landkreis das Amt einer zweifelhaften "Päpplerin" in beengten Wohnverhältnissen die Genehmigung ohne Auflagen erteilt.  Für das Aufstellen von leichten Auswilderungsvolieren benötigt eine Station 2 Jahre und muss eine rund fünfstellige Summe für Gutachten, Bauzeichnungen und Bauanträgen aufbringen, während 7 KM weiter eine Handskizze und eine formlose eMail ausreichen.

Diese Unsicherheiten führen dazu, dass eine Kooperation mit den Behörden nicht gesucht wird und viele kompetente Stationen lieber "unter dem Radar" bleiben.  Das ist für eine so bedeutende öffentliche Aufgabe unhaltbar und bedarf einer dringenden Veränderung. Zudem setzen wir uns dafür ein, dass der bedeutsame Unterschied zwischen "Wildtierstation" und "Pflegestelle" bei Berücksichtigung findet.

Qualität & Unterstützung

Wildtierpflege bedarf besonderer Kenntnisse, Zeit, finanzielle Mittel und ein Netzwerk aus Tierärzten, Pfleger und anderen Stationen.

Wir unterstützen die Tierpfleger bei ihrer Arbeit in dem wir Wissen transferieren, Kontakte vermitteln aber auch für den Betrieb der Station Hilfestellung in Form von Beratungen, Kontakte oder günstigere Einkaufspreise bei wichtigen Lieferanten anbieten.  Uns ist ebenso wichtig, dass die Tiere nach den besten Möglichkeiten gepflegt bzw. aufgezogen werden, eine stetige Weiterbildung erfolgt und eine artgerechte Unterbringung während der Pflege und der Auswilderung gegeben ist. Wir behalten uns vor, gegen Personen vorzugehen, die gegen grundlegende Bedingungen einer fachlichen und artgerechten Tierpflege verstoßen. Zum Schutze der Tiere und um eine Abgrenzung zu seriösen Wildtierstationen und Pflegestellen zu schaffen.

Medizin & Forschung

Das Wissen über Krankheiten und Behandlungen von Wildtieren wächst stetig. Trotzdem kommen heimische Wildtiere im Veterinärmedizin Studium kaum vor. Das möchten wir ändern. Wir unterstützen die Wildtierforschung mit Daten und Erfahrungen. Unser Netzwerk ermöglicht Veterinärmedizinern einen konstruktiven Austausch, Unterstützung bei Fragen sowie bei Weiterbildungen, z.B. in unserer Akademie für Wildtiere und Artenschutz. 

Im Bedarfsfall können sich Tierärzte bei uns melden. Wir können an einen wildtierkundigen Arzt/Ärztin vermitteln.  Bitte rufen Sie uns dazu unter 069-348675602 an.

Projekt: Management Invasive Arten

Wohin mit den zahlreichen Waschbären und Nutrias? In der Wurfzeit entsteht auf Wildtierstationen ein großer Druck von Menschen die Jungtiere  gefundenen haben. Aufgrund der geltenden Vorschriften dürfen invasive Arten in Deutschland nicht mehr in die freie Wildbahn entlassen werden, was zur Euthanasie gesunder Tiere führt. Seit 2015 hat die Europäische Union jedoch die Möglichkeit geschaffen, eine biologische und regionale Bestandskontrolle durchzuführen. Diese Vorgehensweise ist nicht nur im Einklang mit den Tierschutzbestimmungen, sondern erweist sich auch als effektiver im Vergleich zu Maßnahmen, die sich ausschließlich auf Abschuss und Tötung stützen. Unser Fachteam „Waschbären“ hat sich zum Ziel gesetzt, die ersten Managementmaßnahmen in den Bundesländern Hessen und Brandenburg zu implementieren.

eMail: kontakt@bundesverband-wildtierhilfen.de   - Bundesverband der Wildtierhilfen gGmbH i.G.

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